Amerika

Das Mädchen mit den roten Schuhen - Jodi Picoult [Rezension]

Sonntag, Oktober 15, 2017

Wer meinen Blog schon eine Weile kennt, der weiß, dass ich einige Lieblingsautoren und -autorinnen habe, von denen ich jedes Buch lese, dass ich in die Finger kriegen kann. Dazu gehören natürlich Marc-Uwe Kling, Walter Moers und auch Jodi Picoult.
Am 2. Oktober ist ihr neuer Roman "Kleine große Schritte" erschienen und als Vorgeschmack zu eben diesem Roman wurde eine Kurzgeschichte als eBook veröffentlich. Darin wird die Kindheit von Ruth Brooks geschildert. Ruth ist die Protagonistin in "Kleine große Schritte" und durch die Kurzgeschichte erhalten die Leser*innen einen Einblick in Ruths Vergangenheit und können sich so ein besseres Bild von dem Charakter machen. Wie sehr diese Einblicke helfen, ihr Denken und Handeln im Roman "Kleine große Schritte" nachzuvollziehen, werde ich nach der Lektüre des Romans natürlich noch genauer berichten. 

Rassismus Kurzgeschichte Amerika Kindheit Mobbing Eliteschule Klappentext: 

Die achtjährige Ruth Brooks wurde von einer Eliteschule in New York aufgenommen. Eine seltene Chance, denn sie stammt aus Harlem und lebt mit Mutter und Schwester in bescheidenen Verhältnissen. Und sie setzt alles daran, diese Chance zu nutzen. Je mehr sie sich jedoch bemüht, sich zu integrieren, umso deutlicher wird es, dass manche Menschen nicht beachten, was sie mit anderen verbindet, sondern, was sie unterscheidet. Mit der Zeit wird eine bittere Ahnung Gewissheit: in dieser neuen Umgebung zu sein, heißt noch lange nicht, ein Teil davon zu werden ….


Meine Meinung: 

Diese Kurzgeschichte bietet einen Einblick in die Kindheit von Ruth. Sie geht als einzige Person of Colour auf eine Schule, auf der sonst nur reiche, weiße, privilegierte Kinder sind. Dort macht sie schon früh Erfahrungen mit Rassismus und Ausgrenzung. 
Auf den wenigen Seiten hat Picoult es geschafft, mir ein gutes Bild von den Personen zu vermitteln. Durch den (wie immer) sehr schön Schreibstil der Autorin konnte ich mich sehr gut in die Personen hineinversetzen. Schon auf diesen wenigen Seiten werden wichtige Fragen zum Thema Rassismus aufgeworfen und die Art und Weise, wie das Thema behandelt wird, gefällt mir bisher sehr. 
Diese Kurzgeschichte ist mit Sicherheit eine spannende Ergänzung zu dem im Oktober erschienenen Roman. 
Ich freue mich jetzt schon sehr auf "Kleine große Schritte". "Das Mädchen mit den roten Schuhen" war eine gute Einstimmung, hat mich sehr neugierig auf den Roman gemacht und meine Vorfreude noch mal gesteigert. 


Fazit: 

Ein paar wenige Seiten, die schon viel vermitteln. Sie ermöglichen einem einen Einblick in die Kindheit der Protagonistin Ruth, was sie bewegt und geformt hat. Picoult beweist einmal mehr, dass sie wirklich schreiben kann. Diese Kurzgeschichte ist eine schöne Ergänzung zum Roman "Kleine große Schritte" und macht Lust auf die Lektüre! "Das Mädchen mit den roten Schuhen" kann aber auch für sich alleine stehen und bietet auf wenigen Seiten viel Stoff zum Nachdenken.

Vielen Dank an den Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.  


Biblio 
Verlag: C. Bertelsmann 
Übersetzer: Elfriede Peschel
Seiten: 70
Preis: 0,99€ (eBook)


Das könnte dir auch gefallen: 



Plauderecke: 

Seid ihr auch Picoult- Fans? Und seid ihr auch schon so gespannt auf das neue Buch? Oder habt ihr den Roman sogar schon gelesen? 
Findet ihr das eBook eine süße Ergänzung, oder völlig unnötig? 

Fantasy

Prinzessin Insomnia - Walter Moers [Rezension]

Montag, Oktober 09, 2017

Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr (Zamonienroman #7) - Walter Moers


Bücherblog Zamonien Leseprobe Fantasy Roman Krankheit Bestseller CFS
"Ich ängstige dich, also bin ich." (aus "Prinzessin Insomnia", S. 82)

Kurzmeinung:

Eine Reise durch das eigene Gehirn bis tief ins Herz der Angst. Wie von Moers gewohnt erzählt er die Geschichte in sprachlicher Schönheit und mit großem Einfallsreichtum. Dennoch nicht Moers bester Roman. Dafür fehlt eine Prise Abenteuer und eine große Portion Zamonien. 


Bewertung: 3 Sterne 

Klappentext: 

Eine traumhafte Liebesgeschichte und eine Reise durch das menschliche Gehirn als rasantes zamonisches Abenteuer
Prinzessin Dylia, die sich selbst „Prinzessin Insomnia“ nennt, ist die schlafloseste Prinzessin von ganz Zamonien. Eines Nachts erhält sie Besuch von einem alptraumfarbenen Nachtmahr. Havarius Opal, wie sich der ebenso beängstigende wie sympathische Gnom vorstellt, kündigt an, die Prinzessin in den Wahnsinn treiben zu wollen. Vorher nimmt er die Prinzessin aber noch mit auf eine abenteuerliche Reise durch die Welt des Denkens und Träumens, die für beide immer neue und überraschende Wendungen bereit hält, bis sie schließlich zum dunklen Herz der Nacht gelangen. Walter Moers erzählt dieses Märchen aus der zamonischen Spätromantik voller skurriler Charaktere mit der ihm eigenen Komik: spannend und anrührend zugleich.

Meine Meinung: 

So lange habe ich sehnsüchtig auf einen neuen Roman von Walter Moers gewartet. Und jetzt war es endlich so weit. "Prinzessin Insomnia" konnte mich dann leider nicht ganz so sehr begeistern, wie ich es sonst von den Moers Büchern gewöhnt bin. 

Aber erstmal das Positive
Ich habe die ersten Seiten des Buches gelesen und zuerst sind mir die wunderschönen Illustrationen von Lydia Rode aufgefallen. Ich war ja erst skeptisch, als ich gehört habe, dass jemand anderes das Buch illustriert. Wo ich doch Moers Zeichnungen so mag. Aber die bunten Wasserfarben haben mir sehr gut gefallen und zum "Traumhaften" der Geschichte sehr gut gepasst. Sie machen dieses Buch zu einem besonderen Leseerlebnis.  
Als ich dann die ersten Sätze gelesen habe, war es wie ein nach Hause Kommen. Ich bin sofort in Moers einzigartige, wunderschöne Sprache eingetaucht und habe in schönen Zamonien- Erinnerungen geschwelgt, als die Worte Fhernhachen, Florinth, Hutzenberge, Zamomin oder Nattifftoffen fielen. 

Die Geschichte war voller kreativer Einfälle und einer sprachlichen Schönheit, wie ich sie sonst kaum lese. Man merkt Moers die Freude an der Sprache einfach an. Er benutzt wunderschöne Umschreibungen und ausgefallene, oder veraltete Wörter, wie zum Beispiel "ennuyant". Das finde ich einfach fabelhaft, denn die deutsche Sprache hat so viele fantastische Wörter zu bieten, die man nur mal wieder mehr nutzen müsste. 

Texte von Moers zu lesen ist mir einfach immer wieder ein Genuss. Aber nicht nur wegen der schönen Sprache. 
In dem Buch stellt Walter Moers auch erneut seinen schier endlosen Einfallsreichtum unter Beweis, auch wenn der Anfang sich etwas in die Länge zieht. Aber Havarius Opal und die Prinzessin sich dann erstmal auf den Weg in ihr Gehirn machen, überschlagen sich die Ereignisse und die beiden müssen so manches Abenteuer bestehen. 

Interessant fand ich, dass das Buch eine reale Krankheit, das Chronische Erschöpfungssyndrom (CFS) thematisiert. Lydia Rode, die Illustratorin, leidet, genau wie Prinzessin Dylia, an dieser Krankheit und hat Moers zu dem Roman inspiriert. Ich finde es sehr gut, dass Moers dieses Thema so einer breiteren Masse zugänglich macht. Für Betroffene ist dieses Buch vielleicht noch interessanter zu lesen. 
Gut fand ich auch, wie Moers das menschliche Gehirn beschrieben hat und im Zuge der Reise die verschiedenen Hirnregionen und deren Funktionen dargestellt hat. Durch mein Studium kenne ich mich etwas mit Neuroanatomie aus und ich fand es sehr interessant zu lesen, wie Moers das in seinem Roman umgesetzt hat. So manches mal musste ich schon darüber schmunzeln, wie Moers die Funktionen bestimmter Hirnregionen beschreibt. 
Gelungen fand ich ebenfalls die Metapher für Depressionen, mit dem schlechten Wetter im Kopf und den Irrschatten, die Dunkelheit verbreiten und einem jede Zuversicht nehmen. In sofern ist das Buch vielleicht auch für alle interessant, die solche Krankheiten besser verstehen wollen, oder für Betroffene, die es anderen besser verständlich machen wollen. 


Aber nicht alles an dem Roman hat mir gefallen. 

Sechs Jahre lang habe ich auf ein neues Buch von Moers gewartet. Und ja, ich habe die Lektüre von "Prinzessin Insomnia" genossen, denn ich mag einfach die Art und Weise, wie dieser Autor schreibt. Nicht umsonst gehört er zu meinen Lieblingsautoren
Aber dieser Roman konnte mich nicht ganz so begeistern, wie die anderen. Mir hat einfach etwas gefehlt. 
Zunächst fand ich schade, dass der Roman eigentlich nur zu Anfang wirklich in Zamonien spielt. Der Großteil der Handlung spielt in Dylias Gehirn und das ist eben eine ganz eigene Welt. Die war zwar auch interessant, aber so gab es eben kein Wiedersehen mit alten Bekannten, was ich sehr traurig fand. 
Außerdem hat mir bei diesem Buch ein bisschen das große Abenteuer gefehlt. Es gab zwar viele tolle Szenen, aber an die Genialität von "Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär" oder "Die Stadt der träumenden Bücher" konnte es einfach nicht heranreichen. 
Eingangs habe ich zwar die Sprache von Moers gelobt, und sie ist ja auch wirklich schön. Aber die Satzkonstruktionen, die Vergleiche und Aufzählungen wirken dieses mal nicht ganz so stimmig, wie gewohnt. Zugegeben, Moers hat sich selbst auch eine verdammt hohe Messlatte gelegt, aber ich kam nicht umhin, diese Geschichte mit seinen "großen Werken" zu vergleichen, und da konnte sie leider nicht mithalten. 

"Man benötigte nämlich nicht nur einen exquisiten Geschmack, um etwas Gutes zu bevorzugen, oh nein, sondern auch, um das Falsche zu verschmähen." (aus "Prinzessin Insomnia", S. 41)


Rezension Leselust Bücherblog Bestseller Buchtipp Fantasy Zamonienroman

Fazit: 

Mit den schönen Illustrationen von Lydia Rode, dem moers'schen Schreibstil und seiner schier endlosen Kreativität ist "Prinzessin Insomnia und der alptraumhafte Nachtmahr" ein lesenswerter Roman. Mit Walter Moers großen Werken wie "Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär" oder "Die Stadt der träumenden Bücher" kann er aber leider nicht mithalten. Dazu fehlt mir eine Prise Abenteuer und eine große Portion Zamonien. 

Mein herzlicher Dank an den Verlag und das Bloggerportal für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars. 

Biblio
Verlag: Knaus 
Illustrationen: Lydia Rode
Seiten: 344
Preis: 24,99€ 


Plauderecke: 

Für mich als leidenschaftliche Moers- Leserin war ja sofort klar, dass ich dieses Buch haben muss. Seid ihr auch so riesige Moers- Fans? Wie hat euch der neue Zamonien- Roman gefallen? Und welcher ist eurer Liebling? 
Oder seid ihr noch Moers- Unerfahren und die Prinzessin euer erster Besuch in Zamonien? 

Frauenpower

Gott, hilf dem Kind - Toni Morrison [Rezension + Gewinnspiel]

Donnerstag, Oktober 05, 2017

Gewinnspiel Buchverlosung Bestseller Literaturnobelpreis Rassismus Missbrauch"Wo die Angst regiert, ist Gehorsam die einzige Wahl, um zu überleben." (Aus "Gott, hilf dem Kind", S.42) 

Kurzmeinung:

Ein Buch, von dem ich etwas ganz anderes erwartet habe, dass mich aber dennoch nicht enttäuscht hat. Es lässt mich allerdings etwas ratlos zurück und ich muss immer noch oft an die Lektüre zurückdenken, die mich nachdenklich gestimmt hat, von der ich mir aber auch mehr gewünscht hätte. 

Bewertung: 3 Sterne 


Klappentext:

Lula Ann ist ein so tiefschwarzes Baby, dass ihre Mutter Sweetness bei der Geburt fast zu Tode erschrickt und der Vater die junge Familie auf der Stelle verlässt, weil er nicht glauben kann, dass dieses Kind von ihm ist. Sweetness erzieht Lula Ann zu Gehorsam und Unterwürfigkeit, nur nicht auffallen, aus Angst vor rassistischen Angriffen.
Doch die heranwachsende Tochter sträubt sich gegen die verordnete Angepasstheit. Sie ändert ihren Namen, in Bride, kleidet sich in provokant strahlendes Weiß, macht Karriere bei einer Kosmetikfirma, verliebt sich in einen geheimnisvollen Mann und befreit sich auf ihre Weise von der Vergangenheit.
Zwei starke Frauen, zwei verschiedene Lebensentwürfe, in dem Versuch, sich zu schützen und gleichzeitig zu behaupten. Ein Roman, der zur Weltliteratur gehört.



Meine Meinung: 

Lesemonat

Lesemonat | September

Samstag, September 30, 2017

Der September ist zu Ende und die letzten warmen Tage sind vorbei. Der Herbst hat uns voll im Griff. Aber das macht nichts, denn im Herbst gibt es viele tolle Neuerscheinungen und ich freue mich schon darauf, mit einer heißen Tasse Tee und in einer Decke eingekuschelt auf dem Sofa zu sitzen und zu lesen. 
Auf dem Blog war in diesem Monat nicht so viel los, da ich erst krank war und danach im Urlaub kein Internet hatte. Aber dennoch gab es einige neue Rezensionen. 


Über mich


Hallöchen, ich bin Julia, 24, und der Bücherwurm hinter dem Blog Leselust.
Seit 2016 blogge ich hier über Bücher, Literaturevents und was mich sonst so beschäftigt.
Ich liebe Bücher, Kaffee, das Meer und Musik.
Wenn ihr mehr über mich wissen wollt, dann schaut bei "Über mich" vorbei oder schreibt mir auch gern. Ich habe immer ein offenes Ohr für euch.


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